24 dunkle Gedichte für die Schattenzeit, frei nach Edgar Allan Poe bzw. in seinem Stile.
Der bleiche Besucher
Es klopfte dreimal an der Tür.
Ein Klang – so sacht wie totes Holz.
Ich öffnete. Kein Mensch war hier.
Nur Nebel schob sich in den Wohnungsstolz.
Doch dann, im Dämmer jenes Flurs,
stand plötzlich eine bleiche Form:
Ein Gast, der weder Herz noch Spur
von Wärme hatte – doch enorm
war seine Stille, schwer wie Eisen.
Er sprach kein Wort, er zeigte nichts,
nur seine Gegenwart im Weißen
ließ mich erstarren – mein Gesicht
erkannte seinen Schatten kaum.
Und als er ging, blieb in dem Raum
ein Frost zurück, der niemals wich.

















