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Anleitung zur Geisterbeschwörung mit dem Ouija-Brett

Das Ouija Brett wird, ähnlich wie das Gläserrücken, dazu verwendet, um mit Geistwesen in Verbindung zu treten. Und da ich den November als Geistermonat erkoren habe, darf natürlich eine solche Beschreibung nicht fehlen.

Ouija Brett, CropTop, (c) 2003 Eleonore Jacobi, Ansata Verlag

Ouija Brett, CropTop, (c) 2003 Eleonore Jacobi, Ansata Verlag

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In nachfolgendem PDF ist die Anleitung und ein Vordruck für ein einfaches Ouja-Brett mit Planchette zu finden.

Das Brett

Ouija Brett, (c) Wikipedia

Ouija Brett, (c) Wikipedia

Für das Ouija gibt es verschiedene weitere Bezeichnungen wie etwa „Hexenbrett“ oder laut Wikipedia „Alphabettafel“, „Witchboard“, „Seelenschreiber“ und „Talking Board“. Der okkult klingende Namen geht vermutlich auf die Kombination des französischen „Oui“ mit dem deutschen „Ja“ zurück.

In jedem Fall sind auf dem Brett die Buchstaben des Alphabets und Zahlen 1-9 gezeichnet. Darüber hinaus findet sich in der linken oberen Ecke meist eine Sonne mit einem „Ja“ und rechts oben ein Mond mit einem „Nein“. Auf manchen Brettern finden sich darüber hinaus auch noch „Hallo“, „Ende“ oder „Ich gehe“, „Danke“. Außerdem gehört ein Zeiger bzw. Planchette zum Brett, mit dem die Stelle markiert werden kann; dieser ist meist aus Holz und mit einer Öffnung in der Mitte.

Elijah Bond, Erfinder des Ouija Bretts, (c) Vintage Powder Room

Elijah Bond, Erfinder des Ouija Bretts, (c) Vintage Powder Room

Erfunden und patentiert wurde das Brett vom US-Amerikaner Elijah Bond 1891. Er verkaufte die Rechte weiter und heute liegen sie beim Spielzeughersteller Parker Brothers.

Anfangs war das Brett lediglich als harmloses Gesellschaftsspiel konzipiert. Nach dem Massensterben des ersten Weltkrieges versuchten nach VPR jedoch viele, ihre Verstorbenen im Jenseits zu erreichen und es wurde ein regelrechter Hype, das Ouija Brett zu befragen.

Größere Bekanntheit erreichte das Brett u.a. auch durch Publikationen der US-amerikanischen Hausfrau Pearl Curran, die durch das Brett nach eigenen Angaben Kontakt zum Geist der bereits langen verstorbenen Patience Worth aufnahm und gemeinsam Kurzgeschichten und Gedichte schrieben. Wer Lust zum Nachlesen dieser hat, findet eine Auswahl davon auf http://www.patienceworth.org.

Die Methodik

Eine großartige Ausbildung ist für die Benutzung nicht notwendig und es ist grundsätzlich auch relativ einfach das Brett zu benutzen. An mehreren Stellen wird jedoch darauf verwiesen, dass die Benutzung vorhandene Angstzustände, Psychosen oder Depressionen verstärken oder erst hervorrufen kann. In jedem Fall sollte man sich meiner Meinung nach nicht in eine Angst oder Hysterie hinein steigern.

Vorbereitung

Für die Vorbereitung einer Séance sollt ein ruhiger Platz gesucht werden. In der Mitte liegt das Ouija Brett, die Teilnehmer sitzen rundherum. Die empfohlene Teilnehmerzahl liegt bei 2-6. Die Vorbereitung umfasst folgende Schritte:

  1. Alle nehmen sich bei den Händen, um sich aufeinander abzustimmen.
  2. Ein Teilnehmer (meist der erfahrenste) wird als Sprecher gewählt und es werden grob die Fragen geklärt.
  3. Als Zeitmesser wird ein Räucherstäbchen angezündet (die Séance sollte etwa eine halbe Stunde dauern).

Zusätzlich können auch Kerzen angezündet werden, wobei die Anzahl ungerade sein sollte. Hilfreich ist auch ein bereit gelegter Notizblock, um sich die Buchstaben aufzuschreiben. Im Durchschnitt sollten die Séancen 20 bis 40 Minuten dauern, nicht länger jedoch wie 90 Minuten. Zeitlich wird empfohlen, die Séance nach 20 Uhr durchzuführen.

Durchführung

Die eigentliche Durchführung ist relativ kompakt:

  1. Alle legen einen bis drei Finger (locker) auf die Planchette.
  2. Der Sprecher beginnt üblicherweise damit, den Geist zu rufen, typische Eröffnungsfragen sind:
    1. „Ist ein Geist anwesend, der uns antworten möchte?“.
    2. Alternativ kann man auch fragen mit „Geist, bist du da?“
    3. Oder „Ist jemand in diesem Raum?“
    4. Bei einem bestimmten Geist: „Ich rufe […], bist du da?“
  3. Wenn ein Geist anwesend ist, bewegt sich die Planchette auf „JA“. Ansonsten wird gewartet und die Frage erneut gestellt.
  4. Die nächste Frage sollte den Namen betreffen: „Wie heißt du?“
  5. Im Anschluss „Bist du ein guter Geist?“ (bei NEIN oder N sollte abgebrochen werden)
  6. Einem guten Geist kann man nun weitere Fragen stellen
  7. Abschließend sollte man sich bedanken und verabschieden.

Je nach Website und Autor wird manchmal auch nur die erste Frage gestellt und weitere nach „gut“ und dergleichen als sinnlos abgetan. Andere halten diese Frage wiederum für wichtig. Beinahe durchgängig wird auch darauf verwiesen, dass man die Füße unter dem Tisch nicht überkreuzen sollte, um die Kommunikation nicht zu behindern.

Abschluss

Sobald das Räucherstäbchen herunter gebrannt ist, sollte man die Séance beenden.

  1. Alle stehen auf und fassen sich an den Händen.
  2. Mehrfach hintereinander wird gesagt: „Mein Geist gehört mir. Du hast keine Kontrolle über mich!“
  3. Die Séance ist beendet.

Weitere Anleitungen finden sich unter:

Der Versuch

Eleonore Jacobi "Ouija" Buch und Spiel, Bild1 (c) Ansata Verlag

Eleonore Jacobi „Ouija“ Buch und Spiel, Bild1 (c) Ansata Verlag

Eleonore Jacobi "Ouija" Buch und Spiel, Bild2 (c) Ansata Verlag

Eleonore Jacobi „Ouija“ Buch und Spiel, Bild2 (c) Ansata Verlag

Eleonore Jacobi "Ouija" Buch und Spiel, Bild3 (c) Ansata Verlag

Eleonore Jacobi „Ouija“ Buch und Spiel, Bild3 (c) Ansata Verlag

Um zu erproben, ob es funktioniert, habe ich mich auf den Weg gemacht und im einschlägigen Handel ein Ouija Brett gekauft.

Etwas enttäuscht musste ich nach dem Aufmachen feststellen, dass es nicht aus Holz ist, sondern aus Pappendeckel. Aber immerhin die Planchette ist hölzern und macht ein wenig etwas her. Das dazugelieferte Büchlein ist rund 176 Seiten dick und enthält nebst einer Anleitung auch allerlei allgemeine Hinweise.

Obwohl wir uns an die einschlägigen Anleitungen gehalten haben, muss ich ehrlicherweise eingestehen, dass sich bei uns gar nichts bewegt hat.

„Carpenter-Effekt“

Der Grund, warum sich die Planchette oftmals doch bewegt, wird häufig dem sogenannten Carpenter-Effekt zugeschrieben. Dieser bezeichnet das Phänomen, dass das Sehen einer Bewegung oder das Denken daran ausreicht, um die Bewegung zu auszulösen. Demnach wird die Bewegung durch das unbewusste Denken an die Bewegung selbst ausgelöst und nicht durch einen Geist im Jenseits.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch der Kohnstamm-Effekt, welcher jedoch von einer primär physischen Ursache ausgeht: demnach können bei starker Konzentration bzw. Anspannung Muskeln kleinste Zuckungen auslösen, die mit den Gedanken unbewusst koordiniert sind (siehe dazu auch Wikipedia). Diese führen letztlich zu Bewegungen beim Ouija-Brett oder Wünschelruten-Gehen.

Mein Fazit

Leider konnte ich bis dato noch keine Geister beschwören, aber ich werde es weiter versuchen. Allein um einmal zu erleben, dass sich die Planchette bewegt, zahlt es sich für mich schon aus 😉

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4 Kommentare
  1. Wortman sagte:

    Hier kommt man nicht mit Übung ans Ziel, sondern nur mit Glaube und der Hoffnung auf den richtigen Zeitpunkt.

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  2. pfulfa sagte:

    Vermutlich hast du Recht, ich habe es aber wirklich (!) ernsthaft probiert. Leider hat sich bei keinem der Teilnehmer ein Geist oder sein Unterbewußtsein gemeldet. Aber irgendwann probiere ich es noch einmal. Hast du denn einen „richtigen“ Zeitpunkt gefunden? Das würde mich für einen neuen Versuch motivieren 😀

    Gefällt mir

    • Wortman sagte:

      Nein, leider nicht. Das Problerm ist, es darf in der Runde kein Zögerer oder „Ungläubiger“ sein. Dann wird das Gleichgewicht gestört.
      Das Hauptproblem wird immer sein – was dann? Was passiert, wenn es eine Reaktion gibt?
      Ich hatte vor vielen, vielen Jahren ein Erlebnis, wo ich heute noch rätsel, ob es reiner Zufall war oder eben funktioniert hatte, als ich „etwas“ um Hilfe rief….
      Wie sagt man so schön? Sei vorsichtig, was du dir wünschst, es könnte in Erfüllung gehen….

      Gefällt mir

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