24 dunkle Gedichte für die Schattenzeit, frei nach Edgar Allan Poe bzw. in seinem Stile.
Die weiße Tür
Eine Tür im Haus war weiß gestrichen,
so hell, dass Dunkel davon wich.
Doch wer sie öffnete, entdeckt ein
Raum aus Schatten, dünn und frisch.
Ein eigentümlich kalter Ort,
der nicht zur Farbe passen konnte.
Die Tür war hell – doch dieser Port
war tiefer schwarz als je benannte
ein Mensch in Furcht und stiller Nacht.
Man sagt, die Tür sei einst bemalt,
um etwas einzusperren, das wacht.
Und jeder Pinselstrich verhallt
bis heute:
Denn was dahinter blieb,
war schwarz wie Angst, die niemals schlief.

















