24 dunkle Gedichte für die Schattenzeit, frei nach Edgar Allan Poe bzw. in seinem Stile.
Der schlafende Wald
Der Wald lag still, als wär er tot,
doch atmete er flach und hart.
Ich stand am Weg, in winterlichem Rot,
und lauschte in den Stämmen zart.
Es war, als schliefe dort ein Riese,
der nur im Winter Frieden fand.
Doch wenn der Wind sein Blinzeln wiese,
so bebte leise rings das Land.
Ich ging und spürte, wie die Wurzeln
sich regten unter meinem Tritt,
als wollten sie mein Schweigen würzen
mit einer Kraft, die zieht mich mit.
Ein Wald, der schläft, ist keine Ruh –
er träumt. Und träumt von mir – und du.

















