24 dunkle Gedichte für die Schattenzeit, frei nach Edgar Allan Poe bzw. in seinem Stile.
Der wandernde Schatten
Ein Schatten wandert oft vor mir,
wenn Nacht und Nebel sich vermählen.
Er zieht dahin, doch nie mit mir –
als wollt er stets ein Stück mich stehlen.
Er trägt die Form, die ich nicht kenne,
doch nah genug, dass ich sie spür’.
Und manchmal zieht er in die Enne,
die Dunkelheit, und bleibt dafür.
Ich weiß nicht, ob ein Mensch ihn warf,
oder ob er mich längst gewählt.
Doch wenn er flieht, fühl ich mich scharf
von einer Stille angezehlt,
die sagt:
Ein Schatten geht voran – und sieht dir zu, seit er begann.

















