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Horrorsammlung Rezension “Im Morgengrauen” von Stephen King (1985), aus: Blut

Die Kurzgeschichtensammlung „Im Morgengrauen“ von Stephen King ist eigentlich einer von drei Teilen aus „Blut“ bzw. im Englischen „Skeleton Crew“. In den 1980er Jahren erschienen, blieb mir aber keine der fünf enthaltenen Geschichten wirklich in Erinnerung.

Stephen King “Im Morgengrauen” (1985), aus: "Blut", CropTop

Stephen King “Im Morgengrauen” (1985), aus: „Blut“, CropTop

Einleitung

Stephen King “Im Morgengrauen” (1985), aus: "Blut", Buchdeckel

Stephen King “Im Morgengrauen” (1985), aus: „Blut“, Buchdeckel

Wie kann man Dinge vervielfältigen und den Gewinn erhöhen? Zellteilung! Nachdem schon einige andere Geschichtensammlungen von King einfach multipliziert wurden, indem sie als Einzelteile erschienen (siehe Jahreszeiten: „Frühling, Sommer„, „Herbst und Winter“ oder „Langoliers„/“Nachts„), hat sich das bei “Blut” gleich dreifach ausgezahlt: hier wurden die Geschichten, die im Englischen in 1 Band mit dem Titel “Skeleton Crew” erschienen einfach in drei Bände aufgeteilt und veröffentlicht. Macht gleich mehr Moneten, hat sich da wohl jemand gedacht und gleich drei Bände daraus gemacht: „Im Morgengrauen“ / „Der Gesang der Toten“ / „Der Fornit„.

Nichtsdestotrotz sind die Geschichten denkbar mies. Langweilig, fad, wiederholend, frei jeder Spannung und stellenweise einfach nur dämlich. Langsam aber sicher neigt sich mein Wille, diese Bücher zu lesen, dem Minusniveau. Im ersten Band sind 5 Geschichten gesammelt, die allesamt über genau kein Highlight verfügen.

Worum geht es?

Die Geschichten in aller Kürze:

  1. Der Mann, der niemandem die Hand geben wollte:
    King kehrt darin in jene Bibliothek bzw. in jenen Herrenclub zurück, den er bereits in “Ein Wintermärchen: Atemtechnik” aus Jahreszeiten: „Herbst und Winter“ (1982) eingeführt hat. Nur hat der Club in dieser Geschichte irgendwie seinen Reiz verloren, auch wenn der alterslose Stevens immer noch die Getränke serviert. Dieses Mal erzählt nicht der Arzt McCarron eine Geschichte über eine kopflose Frau, die ein Baby gebärt, sondern George Gregson erzählt von einem Mann namens Henry Brower, der plötzlich im Club auftauchte und niemand berühren wollte. Als er bei einem Kartenspiel verliert, berührt ihn jemand aber dennoch und stirbt kurz darauf. Warum? Weil er von einem Fluch belegt ist, nach welchem jeder stirbt, den er berührt. “Eingefangen” hat er sich den Fluch bei einem Auslandsaufenthalt in Bombay, als ein Sohn eines hohen Tiers sein Auto widerrechtlich benutzte und dabei ums Leben kommt. Es klingt alles ein wenig nach “Der Fluch“, den King unter dem Pseudonym Bachmann ein Jahr vorher veröffentlichte, nur ist die Geschichte nicht annähernd so gut. Brower stirbt – oh Überraschung – indem er sich selbst umarmt und damit tötet.
  2. Achtung – Tiger!
    Diese Geschichte ist wirklich mies. Ein kleiner Junge namens Charles muss während des Unterrichts auf die Toilette und entdeckt dort einen Tiger. Mit von der Partie ist auch wieder mal eine böse Lehrerin namens Miss Bird und der Tiger droht natürlich alle zu töten, die die Toilette betreten.
  3. Omi:
    Eine zumindest etwas bessere Geschichte. Der kleine George ist allein zu Hause, da sein Bruder einen Unfall hatte und seine Mutter ihn im Krankenhaus besucht. Allerdings ist er nicht ganz allein, seine kranke Großmutter ist ebenfalls da und vor ihr hat er Angst. Sie ist bettlägrig, groß, fett und blind und schläft die längste Zeit, bis sie schließlich plötzlich scheinbar aufwacht und dann tot ist. George hält ihr einen Spiegel vor das Gesicht, um zu prüfen, ob es wirklich so ist und der Spiegel beschlägt nicht. Allerdings hat er sich getäuscht, denn sie scheint dennoch zu leben, ergreift ihn, kann plötzlich wieder aufstehen und – ja! – geht vor ihrem nun endgültigen Tod in seinen Körper über. Zuvor versucht George noch seine Tante anzurufen, die ihm rät, ihr zu befehlen sich hinzulegen und zwar im Namen von einem “Hastur”, den dieser sei ihr Herr – nützt aber nix. Ah ja, sie war nämlich eine Art Hexe und ausnehmend bösartig. Wie auch sonst üblich spielt die Geschichte übrigens wieder einmal in Maine, nämlich in Castle Rock.
  4. Morgenlieferungen:
    Die Geschichte ist irgendwie recht witzig, wenn auch nicht gut. Ein Milchlieferant namens Spike fährt frühmorgens die Culver Street hinunter und liefert Milch. Allerdings ganz spezielle: vergiftet, mit Taranteln gespickt usf. Erinnert irgendwie an die Straße aus “Regulator” (1996) aus der Bachmann-Serie, ist aber sonst recht sinnlos.
  5. Der Nebel:
    Und ja, dann war da noch die längste Geschichte und gleichzeitig schlechteste. Eine nette Familie Vater/Mutter/Kind (David/Stephanie/Billy) wohnt am See und freut sich ihres Lebens. Als plötzlich ein Sturm aufkommt, ist aber alles anders und eine seltsame Nebelwand nähert sich. Wie sich später herausstellen wird, finden sich alle möglichen überirdischen Monster in diesem Nebel und die meisten Menschen kommen um. David und Billy können sich zunächst in ein Einkaufszentrum retten und schaffen es schließlich mit einem Auto zu entkommen, ihr Schicksal bleibt aber ungewiss. Erinnert auch an andere Geschichten, primär das gute alte “The Stand” (1978/1990). Natürlich ist wieder mal ein Forschungszentrum möglicherweise Schuld, welches ein Forschungsprojekt mit dem Namen Arrowhead betrieb (und von dem aber niemand Näheres weiß). Hatten wir auch schon mal so in “Feuerkind“. Die ganze Geschichte ist immens dämlich, ganz abgesehen vom Inhalt. Besonders nervtötend ist nämlich auch der Umstand, dass David wieder einmal ein großer Künstler ist, den alle bewundern (eine gute Einbildung braucht man ja) und um das ganze zu toppen, saufen dauernd alle Bier (wie wahrscheinlich ist das denn, wenn eine Katastrophe naht?) und der Top-Super-Held David bespringt auch noch eine hübsche Maid, während seine Frau wahrscheinlich tot ist (auch sehr wahrscheinlich).

Mein Fazit

Insgesamt eine wirklich schlechte Sammlung ohne Höhepunkte. Irgendwie scheint es, daß King einfach nichts mehr einfällt. Fast alle Geschichten erinnern an vorhergehende mit leichten Varianten, nur leider schlampig geschrieben. Und absolut nicht lesenswert.

Verbindungen

Verbindung: “Der Fluch” (Fluch)
Verbindung: Castle Rock Zyklus
Verbindung: “Regulator” (Straße)
Verbindung: “The Stand” (Katastrophe & Weltuntergang)
Verbindung: “Feuerkind” (Forschungslabor)
Verbindung: “Der Gesang der Toten” (Zweiter Teil)
Verbindung: “Der Fornit” (Dritter Teil)
Bibliographie

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9 Kommentare
  1. tarlucy sagte:

    Kurzgeschichten mag ich eh sowieso nicht….Und Kings Kurzgeschichten irgendwie besonders….ich hatte mal Fornit….fand ich auch ganz furchtbar…

    Gefällt mir

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