24 dunkle Gedichte für die Schattenzeit, frei nach Edgar Allan Poe bzw. in seinem Stile.
Das eiserne Tor
Ein altes Tor im Waldesgrund
stand offen, wo es nie geöffnet war.
Ich trat heran, mein Atem wund,
und spürte nur, wie seltsam klar
ein Hauch mich in die Ferne zog.
Kein Pfad dahinter, nur der Wald.
Doch als ich durch das Tor mich bog,
ward plötzlich alles tiefer kalt.
Es war, als trät ich nicht hinaus,
sondern in etwas fremd hinein:
Ein Schattenstück, ein halbes Haus,
ein Ort, der nie mein Ort könnt’ sein.
Ich ging zurück – doch hinter mir
schloss sich das Tor.
Und steht nun hier.

















