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Horrorbuch Rezension „Shining“ von Stephen King (1977)

Shining gehört zu den guten Büchern von Stephen King, oder anders ausgedrückt: ähnlich wie “Friedhof der Kuscheltiere” erreicht King mit dem Buch eine sprachliche und inhaltliche Reife, die andere Bücher leidlich missen. Deshalb finde ich beide für eine Gruselgeschichte durchwegs lesenswert.

Stephen King “Shining” (1977), CropTop

Stephen King “Shining” (1977), CropTop

Worum geht es?

Stephen King "Shining" (1977), Buchdeckel

Stephen King „Shining“ (1977), Buchdeckel

Wieder einmal steht eine Familie im Mittelpunkt, mit dem Vater als Kernfigur und seiner inneren Zerrissenheit, dieses Mal ist es im Gegensatz zum Friedhof jedoch kein Arzt mit seiner Nähe zum Tod, sondern ein Alkoholiker mit seiner Nähe zur Halluzination – d.h. die Zombies sind zum Zweiten Gesicht mutiert. Örtlich sind der wenig erfolgreiche Autor bzw. Lehrer Jack Torrance, seine Frau Wendy und ihr hellsichtige Sohn Danny in einem entlegenen Hotel in der Nähe von Sidewinder bzw. Colorado angesiedelt und verbringen in einer Hausmeisterrolle den Winter in dem unzugänglichen Hotel “The Offspring”. Was der ehemalige Alkoholiker und seine Familie allerdings nicht wissen ist der Umstand, dass es in dem Hotel spukt und schon bald treten zunehmend bedrohliche Figuren auf den Plan.

Während Danny die Gedanken seiner Eltern oftmals erkennen kann und durch sein starkes zweites Gesicht besonders interessant für die Toten des Hotels ist, sieht sein Vater zwar auch viele unerklärliche Dinge, tut sie aber als Phantasie ab und gesteht sie weder sich noch seiner Umwelt ein. Anstatt dessen verfällt er letztlich wieder dem Alkohol und vergißt darauf den Heizkessel im Keller zu betreuen, woraufhin das ganze Hotel mitten im Winter in die Luft fliegt (und Jack mit ihm).

Eine Schlüsselrolle hat übrigens wieder eine väterliche Nebenfigur, nämlich der farbige Koch des Hotels, welcher ebenfalls hellsichtig ist und sich durch Danny’s gedankliche Hilferufe mittels Schneemobil in die Abgelegenheit des Hotels durchschlägt und maßgeblich an der Rettung von Wendy und Danny beteiligt ist. Diese Figur trägt ähnliche Züge wie ihre Pendants in “Friedhof der Kuscheltiere” oder auch “Carrie“. Eine andere Querverbindung findet sich durch Zitate von E.A. Poe aus “Die Maske des roten Todes”, die sich in einem Maskenball der Geister wider spiegeln und immer in einer grausamen Demaskierung zu Mitternacht enden.

Mein Fazit

Überrascht hat mich das Kernthema der Illusion im Hinblick auf die seinerzeit von Kubrick verfilmte Version, in welcher das Illusorische weniger auf den Alkohol, denn auf den Film als Illusion bezogen wurde. Auch wenn King laut einschlägiger Artikel diese Verbindungsänderung nicht gut hieß (mir gefiel der Film als absoluter Kubrick-Begeisterter natürlich), bleiben doch bei beiden Fassungen zahlreiche gut umgesetzte Ideen, seien es nun drohende Heckenfiguren, der täglich stärker werdende Maskenball des Hotels, Danny’s virtueller Freund Tony, der ihn versucht zu warnen, usf. Beiden gemein bleibt letztlich Illusion als Thema und der Umgang damit in der Realität, auch wenn es King – wenn überhaupt auf eine der Künste – naturgemäß eher auf seine eigene Schriftrollertätigkeit umlegt:

“Aber zu der Tatsache, daß sein Interesse an der Geschichte des Overlook Hotels ihn von seinem Stück abgelenkt hatte, war etwas anderes hinzugekommen. Er hatte seinen Charakteren gegenüber entgegengesetzte Gefühle entwickelt. Das war etwas ganz Neues. Gewöhnlich mochte er seine Charaktere, die guten wie die bösen. Er war froh darüber. Es erlaubte ihm, beide Seiten zu sehen und die jeweiligen Motive klarer zu erkennen. … Das Leben ist hart, Baby. Wenn du nicht fest zusammengeschraubt bist, fängst du schon an zu rasseln und zu klappern und auseinanderzufalten, bevor du das dreißigste Lebensjahr erreicht hast. … Sollte doch der Leser irgendwo die Schuld suchen. Damals hatte Jack nicht richten wollen. Der Mantel des Moralisten stand ihm schlecht zu Gesicht. … Aber in der letzten Zeit hatte er die Seiten gewechselt, und, was das Schlimmste war, er hatte angefangen, seinen Helden … zu hassen.”

Verbindungen

Verbindung: „Carrie
Verbindung: “Nachtschicht” (Kurzgeschichten)
Verbindung: “Friedhof der Kuscheltiere
Verbindung: „Der Talisman
Verbindung: „Sie
Verbindung: „Das Monstrum
Verbindung: „Regulator
Bibliographie

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12 Kommentare
  1. Shining ist wirklich eins der genialeren King-Werke! :)) Hab vor nicht allzu langer Zeit das Buch gelesen und fand es sehr atmosphärisch und fesselnd. Weniger gruselig als viel mehr psychisch mitreißend.
    Habe dann voller Erwartung den Film gesehen und fand ihn absolut daneben. Die Charaktere blieben total flach, das tolle Setting wurde absolut nicht ausgenutzt und was um Gottes Willen sollte dieses Finger-Gewackel von Danny? Superpanne.

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